Fachkräftemangel im IT-Bereich
7. März 2011
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Der IT-Standort Deutschland verliert an Bedeutung, glaubt man den aktuellen Schreckensmeldungen. Denn ein massiver Fachkräftemangel zeigt sich bereits jetzt und wird in den kommenden Jahren wohl noch stärker ausfallen. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass etwa 16.500 IT-Fachkräfte in Deutschland fehlen. Die Zahl der Studienanfänger steigt zwar seit einigen Jahren, aber gut die Hälfte bricht ihr Informatik-Studium wieder ab. Dadurch ist ebenfalls deutlich geworden, dass die Studenten von den Hochschulen den Fachkräftemangel alleine nicht kompensieren können.
Selbst die IT-Spezialisten in Unternehmen bestätigen, dass der Fachkräftemangel immer stärker wird. Ihrer Meinung nach fehlen Fachkräfte, vor allen Dingen in den Bereichen der Softwareentwicklung, der IT-Sicherheit und des IT-Projektmanagements und Internet games Entwicklung. Dennoch sehen 60 Prozent der insgesamt 450 vom VDI befragten Fachkräfte die Zukunft für Deutschland als IT-Standort positiv. Das liegt aber mit Sicherheit derzeit auch an den wieder stärker gefüllten Auftragsbüchern nach der Wirtschafts- und Finanzkrise. Mehr als 70 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass der Bedarf an Fachkräften im Bereich der Informatik in den kommenden vier Jahren noch deutlich ansteigen wird.
Junge Menschen begeistern
Im Jahr 2009 konnten 19.000 Studenten ihr Informatik-Studium erfolgreich abschließen. Das waren immerhin 800 mehr, als noch im Jahr zuvor. Dennoch kann der Bedarf durch die Studienabgänger nicht gedeckt werden. Selbst die steigenden Zahlen der Studienanfänger können den Fachkräftemangel nicht ausgleichen, was an der hohen Abbruchrate gerade beim Informatik-Studium liegen dürfte. Zu beachten ist außerdem, dass junge Menschen von der Materie begeistert werden müssen.
Hier ist der IT-Verband Bitkom sich sicher, dass die Unternehmen in der Pflicht sind. Junge Menschen müssen deshalb besonders umworben werden. Es muss viel mehr getan werden, um sie von der Technik zu begeistern. Ein erster Schritt in diese Richtung soll auf der aktuell stattfindenden CEBIT getan werden. Hierbei sollen Jugendliche ab 16 Jahren an die Stände gelockt werden. Großes Manko: Jugendliche unter 16 Jahren dürfen die CEBIT nur am Samstag besuchen und müssen von einem Erwachsenen begleitet werden. Für Kinder unter acht Jahren wird der Eintritt sogar verwehrt.
Schulen in der Pflicht
Auch die Schulen sind in der Pflicht, glaubt man den Expertenaussagen der Branche. Denn sie müssten die Kinder besser auf die technischen Studienrichtungen vorbereiten. Hierbei kommt es in erster Linie darauf an, Schulen mit mehr technischem Equipment auszustatten und den Berufswunsch heranreifen zu lassen, in der Informatik tätig zu werden. Langfristig könne nur so der Fachkräftemangel bekämpft werden. Denn schon jetzt überlegt etwa jedes fünfte Unternehmen, spezielle IT-Bereiche ins Ausland zu verlagern, wo einfach mehr Fachkräfte zur Verfügung stehen.
Langfristig wird der Bedarf an Informatik-Studenten noch weiter steigen, denn Programmieren, Entwickeln und Gestalten mit IT wird zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Foto: Dieter Schütz / pixelio.de
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