Spionagetechnologie

26. März 2010

Spionagetechnologie immer ausgefeilter

Im Bereich Informationstechnologie und der damit verbundenen Sicherheit haben sich in den letzten Jahren deutliche Veränderungen ergeben. Bis zum Jahr 2004 waren es vor allem Spam-Mails und der Diebstahl der eigenen Online-Identität, die die IT-Sicherheitsexperten in Aufregung versetzten. Danach jedoch begann eine Welle von Spionageprogrammen, waren zu Beginn 2004 noch weniger als 2.000 Rechner infiziert, steigerte sich die Anzahl der infizierten Rechner binnen eines halben Jahres auf mehr als 30.000 Rechner.

Mini Überwachungskamera

Die Spionagetechnologie arbeitet mit unterschiedlichsten Programmen und Tools. Sie zeichnen beispielsweise Eingaben auf der Tastatur auf, machen Aufnahmen vom Bildschirm, ähnlich wie eine Minikamera, und überwachen den Austausch von Nachrichten über Instant Messaging Programme. Sobald eine gesuchte Information von den Spionageprogrammen gefunden wurde, wird diese an einen anderen Rechner weiter geleitet, der vollständigen Zugriff darauf hat. Dadurch, dass die Daten gestohlen und ausspioniert wurden, bevor sie verschlüsselt werden konnten, ist ein Schutz lange Zeit nur sehr schwierig möglich geworden. Mit Hochdruck arbeiteten die Programmierer deshalb an einer Verbesserung der bestehenden Sicherheitssoftware. Anti-Viren-Programme mussten nicht mehr nur bei Viren, Würmern und Spam-Mails greifen, sondern sich ebenfalls gegen die immer weiter ausgereifte Spionagetechnologie durchsetzen.

Da die Spyware, wie sie in Fachkreisen auch genannt wird, aber bereits seit einiger Zeit bestand, waren die Programmierer zeitlich im Nachteil. Sie mussten erst einmal die Funktionsweise der Spionagetechnologie ermitteln, um herauszufinden, wie sie dagegen vorgehen sollten.

Entwicklungen im Wettrennen

Die weiteren Entwicklungen im Bereich der Spionagetechnologie und der Spionageabwehr war ein regelrechtes Wettrüsten zwischen Programmierern von Schutzsoftware und Programmierern von Spionagetechnologie. Mittlerweile sind wir auf einem Level, an dem beide Parteien auf einer Höhe liegen. So ist es kein Wunder, dass nach wie vor kein 100-prozentiger Schutz gegen die Spionagetechnologie bestehen kann, da jeder Fortschritt auf einer Seite auch zu einem weiteren Schritt auf der anderen Seite führt.

Trotzdem sind die Weiterentwicklungen gerade in diesem Bereich nicht zu übersehen. Die Cyberkriminalität steigt seit Jahren bereits an und lässt sich auch mit gekonnten Programmen nicht stoppen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass auch die Öffentlichkeit für diese Themen sensibilisiert wird, um auf diese Art und Weise zumindest um die Gefahren zu wissen und sich gezielt vor der Spionagetechnologie schützen zu können. Wer einige Vorsichtsmaßnahmen einhält, kann schon einen recht guten Schutz erzielen.

Spionage durch Hacker

Die wichtigsten Maßnahmen zur Spionageabwehr

Als wichtigste Maßnahmen bei der Spionageabwehr kommen natürlich aktuelle Virenscanner zum Einsatz. Das bedeutet, dass hierbei auf eine ständige Aktualisierung des eigenen Virenschutzprogramms geachtet werden muss. Außerdem ist es erforderlich, auf Passwörter zu achten. Sie sollten möglichst kompliziert aufgebaut werden. Ebenfalls sollte bei bedenklichen Webseiten keine Dateneingabe vorgenommen werden.

Zusätzlich ist auf eine Überprüfung der Webseiten zu achten. Durch Phishing-Seiten, die genauso aussehen, wie die originalen Webseiten, werden ebenfalls viele Daten ausspioniert. Hier kann man oft mit einem Blick auf die URL bereits erkennen, dass es sich um eine Fälschung handelt. Alles in allem muss man in jedem Fall sehr auf die Geheimhaltung seiner Daten achten, aktuelle und leistungsfähige Antiviren-Software verwenden, eine nicht zu leicht zu durchbrechende Firewall aufbauen und vieles mehr. Eine regelmäßige Überprüfung des Rechners auf eingeschleuste Programme ist ebenfalls sinnvoll und nützlich.

In Unternehmen steigt der Betrag, der in den Schutz vor moderner Spionagetechnologie gesteckt wird, seit Jahren kräftig an. Private Nutzer sind es oft, die diesen Schutz unterschätzen und sich deshalb einfach zu wenig darum kümmern. Die Gefahr, dass sensible Daten, wie die Bankdaten und ähnliches ausspioniert werden, ist aber trotz allem da. Deshalb ist es an der Zeit, dass sich auch private Nutzer mehr Gedanken um die Sicherheit ihres Computers machen bzw. sie erst einmal auf die bestehende und stetig drohende Gefahr aufmerksam gemacht werden. Solange dieser Punkt nicht erreicht ist, kann die Spionagetechnologie sich immer weiter entwickeln und zur noch mächtigeren Gefahr werden.

Fotos: ©wrw, ©Antje Delater - www.pixelio.de

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